Dear Mr. President…
Und plötzlich war es weg, Obamas Wahlversprechen, alternative Energien zu fördern und auf Atomkraft erst dann wieder zurückzugreifen, wenn neue, sichere Endlager entstanden sind. Applaus von den Republikanern erntete er aber trotzdem.
Kehrtwende
Nun klingt Obama wieder ganz anders. Um den Klimawandel einzugrenzen und als größter Energieverbaucher der Welt Verantwortung zu zeigen, setzt sich der Präsident der USA nun verstärkt für saubere und sichere Atomkraft ein. Bereits 26 Bauanträge für neue Anlagen lägen vor, 106 existieren bereits in den USA und liefern 20 Prozent der benötigten Energie.
Damit schafft er es, die Republikaner auf seine Seite zu ziehen, die genau das, den Ausbau der Atomkraft, in ihrem Wahlkampf verlangt haben.
Hintergründe
Doch nur um die Zustimmung der Opposition zu sichern, begibt sich Obama nicht auf den Nuklearkurs. Die Situation im Nahen Osten bleibt nach wie vor angespannt, langfristig kann sich die westliche Welt nicht mehr auf eine verlässliche Öllieferung verlassen. Deshalb müsse man beginnen umzudenken, und die nationale und damit unabhängige Energiegewinnung fördern.
Zusätzlich wurden die Konzerne der USA aus eben diesem Grund dazu aufgefordert, ihren CO2-Ausstoß bis 2020 um knapp 30 Prozent zu verringern.
Zukunftsaussichten
Obamas Kehrtwende könnte in Sachen Klimaschutz tatsächlich einen Fortschritt bringen. Sollte der Kongress seinen Forderungen zustimmen, würden die USA so viel CO2 einsparen, wie wenn 17 Millionen Autos ein Jahr lang von ihren Besitzern nicht mehr bewegt werden und es bestände eine realistische Chance, die Erderwärmung auf 2°C zu beschränken und nicht befürchtete 3,5°C zu erreichen.
Risikoreich ist seine Strategie schon, zumal sich Obama nicht unbedingt Freunde in seiner eigenen Partei machen wird, von Atomkraftgegnern ganz zu schweigen.
Autor: Malte
Geschrieben am: Donnerstag, den 4. Februar 2010
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