Gorleben – es hätte nicht passieren sollen
Schon frühe Zweifel
1979 wurden von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Gorleben Testbohrungen durchgeführt, um den Salzstock auf seine Funktion als etwaiges Endlager für radioaktive Abfälle zu prüfen. Diese verliefen negativ, eine Unterbringung von wärmeentwickelden Fässern sei nicht vertretbar. Der ehemalige Sozialminister Hermann Schnipkoweit schrieb dies 1981 an den niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht und wies ihn auf die möglichen Gefahren hin. Letzterer aber ignorierte den Brief, und ließ das Lager trotz aller Kritik errichten.
1984 fand der erste Transport unter großem Protesten statt, seit 1995 wird das Lager beinahe jährlich gefüllt.
Parteienkonflikt
Rot/grün wollte Gorleben eigentlich im Zusammenhang mit der verkürzten Kraftwerklaufzeit stilllegen lassen, dies soll aber nun unter schwarz/gelb wieder rückgängig gemacht werden.
Ob ein Untersuchungsauschuss zu diesem Fall tagen wird, ist noch unbekannt. Die Abstimmung wird in den nächsten Tagen erfolgen.
Umweltkritik
Die Deutsche Umwelthilfe e.V. legte nun ein Gutachten vor, dass eine Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke in Hinblick auf die derzeitige unsichere Situation bezüglich der Endlagerung, als rechts- und verfassungswidrig darstellt. 2002 wurde nämlich zusammen mit dem Beschluss zum Atomkraftausstieg eine Mengenbegrenzung von radioaktivem Abfall festgelegt. Diese werde bei einer Betreibung, die über die vereinbarte Zeit laufen würde, überschritten.
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