Preispolitik der Stromkonzerne
In den Zeiten der Wirtschaftskrise haben die großen Stromkonzerne den Verbrauchern ständig steigende Preise zugemutet. Auf der anderen Seite haben sie der Industrie jedoch Preisnachlässe gewährt.
Im Jahr 2009 bezahlte eine dreiköpfige Familie im Schnitt 67,70 Euro im Monat für Strom. Das waren 4,55 Euro mehr, als noch im Jahr zuvor für den Stromabschlag berechnet wurde. Insgesamt ist der Preis für Strom im vergangenen Jahr um durchschnittlich 7,2 Prozent gestiegen. Wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mitteilte, müssen sich die Verbraucher in kürze auf weitere Preiserhöhungen gefasst machen.
Nachdem der Strommarkt freigegeben wurde, beliefen sich im Jahr 1999 die durchschnittlichen monatlichen Stromkosten eines Haushaltes auf circa 50 Euro im Monat. Im Jahr 2000 fiel die Summe sogar auf im Schnitt 40 Euro pro Monat. 2009 mussten die deutschen Haushalte laut Angaben des BDEW im Durchschnitt rund 36 Prozent mehr für Strom bezahlen, als noch vor zehn Jahren.
Verantwortlich für eine derartige Steigerung der Preise seien vor allem die staatlichen Auflagen. Denn der staatliche Anteil am Strompreis ist von 25 Prozent im Jahr 1998 auf 40 Prozent im Jahr 2009 angestiegen. Die Mehrwertsteuer für Strom hat sich nahezu verdoppelt. Hinzu kommt die Ökosteuer und der Anteil aus dem Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG). Allein wegen des EEG zahlen die deutschen Verbraucher im Jahr 2010 rund acht Milliarden Euro für Strom.
Für die industriellen Großverbraucher von Strom sind die Preise im Jahr 2009 hingegen um knapp 20 Prozent gesunken. Aufgrund der großen Absatzmenge können Industriekunden die Preise mit den Stromkonzernen in der Regel direkt verhandeln und so niedrige Tarife erzielen. Am gesamten Stromverbrauch in der Bundesrepublik hatte die Industrie 2009 einen Anteil von über 40 Prozent.
Foto: Copyright Luis Javier Modino Martinez, wikimedia
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