Nabucco in Diskussionen
Während die deutsche Bundesregierung mit den Akteuren der Atombranche weiter die bevorstehenden Laufzeiten diskutiert, arbeiten sich andere Vorhaben Schritt für Schritt an ihre Durchsetzung heran. Das Projekt Nabucco, das die Verlegung einer Gaspipeline von der Türkei über fünf Transitländer nach Deutschland vorsieht, befindet sich derzeit wieder in einer heißen Phase.
Gas ab 2014
Nachdem vor über einem Jahr am 13. Juli 2009 das Rahmenabkommen geschlossen wurde, geht es derzeit darum, die diplomatischen und industriepolitischen Differenzen zu klären, um langfristige Lösungen zu finden. Unter anderem treffen hier insbesondere die Interessen der EU auf jene von Energieunternehmen wie RWE, MOL und OMV. Kernpunkte der anhaltenden Differenzen sind insbesondere Wettbewerbsbedingungen, Machtstrukturen sowie die Finanzierung. Die auf 3 300 Kilometer angelegte Pipeline soll laut aktuellem Stand von 2014 an Gas aus dem kaspischen Meer liefern und dabei die Länder Türkei, Rumänien, Bulgarien, Ungarn und Österreich durchqueren.
Die bis zu 20 Jahre langen Transportvertäger sind bereits beschlossen und sollen zunehmende Unabhängigkeit bisheriger Gaslieferanten wie dem russischen Gasriesen GAZPROM einbringen.
Großprojekt mit Konkurrenz
Das Gesamtprojekt, das derzeit auf rund acht Milliarden Euro geschätzt wird, hat bereits einen Großteil seiner Geldgeber eingeholt und muss bis Baubeginn im Jahr 2012 noch weitere Investoren aquirieren. Nachdem jedoch in den vergangenen Tagen die Europäische Investitionsbank (EIB), die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) sowie die Weltbank in Brüssel ein Mandat zur Prüfung des Projekts unterzeichneten, kann das Konsortium auf weitere Beteiligungen hoffen.
Neben dem Bau von Nabucco ist auch die Pipeline der Nord Stream AG in vollem Gange. Diese führt Gas von Russland über eine Pipeline durch die Ostsee nach Deutschland und stellt das Gegenprojekt zur Nabucco-Pipeline dar.
Foto: Copyright, Susanne Schmich/Pixelio.de
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