Experten warnen vor Risiken durch AKW-Abschaltung
Experten und Wirtschaftsforscher warnen vor einem verfrühten Ausstieg der Bundesrepublik aus der Atomenergie. Die Überstürzte Abschaltung der Kernkraftwerk in Deutschland könne Energieengpässe und Stromausfälle nach sich ziehen, die auch für die deutsche Wirtschaft nicht ohne Konsequenzen bleiben könnten.
Stromausfälle mit wirtschaftlichen Konsequenzen
So sorgt sich etwa Hans-Peter-Keitel, der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Wirtschaft (BDI) um die ausreichende Versorgung der volkswirtschaftlichen Betrieb mit Strom. Käme es aufgrund von Lieferengpässen zu Produktionsausfällen, dann wäre nicht nur die nach der globalen Finanzkrise gerade erst rehabilitierte deutsche Wirtschaft gefährdet. Auch die Länder des europäischen Umlands würden mitunter nicht verschont bleiben, so Keitel in einem Interview mit dem Handelsblatt. Zwar plädiere der BDI-Präsident prinzipiell für einen raschen Ausstieg aus der Atomenergie, jedoch müssen für eine “substanzielle” Energiewende zunächst die notwendigen infrastrukturellen Voraussetzungen geschaffen werden.
Ein möglichst schneller und effizienter Ausbau der deutschen Stromnetze sei eine der wichtigsten Grundvoraussetzungen und sollte nun oberste Priorität haben. Rund 3.500 Kilometer Stromnetze fehlen laut Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) bereits heute.
Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) warnt vor möglichen Stromausfällen durch die Zäsur in der Atompolitik. Fall im Mai zusätzlich zu den acht bereits abgeschalteten Altmeilern weitere fünf deutsche Kraftwerke stillgelegt werden, dann müsste die wegfallende Energieproduktion zum Teil durch verstärkte Aktivierung von Kohle- und Gaskraftwerken aktiviert werden. Daneben wäre die Bundesrepublik zudem intensiver als bisher von Energieexporten abhängig, um den Strombedarf ausreichend decken zu können
Ökoenergiebranche investiert Milliarden
Von enormer Bedeutung ist die Energiewende für die Ökostrombranche, die sich schon jetzt mit milliardenschweren Investitionen für das atomfreie Zeitalter in der Bundesrepublik rüsten. Allein in diesem Jahr sollen knapp 5,5 Milliarden Euro in den Ausbau der erneuerbaren Energien fließen. Bis zum Jahr 2020 soll der Ökostrom-Anteil an der Energieproduktion von derzeitigen 17 Prozent auf 47 Prozent erhöht werden.
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