Grüne Mogelpackung?
Grüner Strom ist derzeit so gefragt wie nie. Seit dem Atom-Unglück in Japan ist das Interesse der Verbraucher an Ökostrom rapide angestiegen. Immer mehr Verbraucher entscheiden sich beim Wechsel ihres Energieanbieters für einen Ökostrom-Tarif. Doch Ökostrom ist nicht gleich Ökostrom. Anhand dieser Kriterien können Verbraucher mit grünem Gewissen Etikettenschwindel enttarnen und “echte” Ökostromtarife ausfindig machen.
Die atomare Katastrophe in Japan hat viele Verbraucher in der Bundesrepublik wachgerüttelt. Woche für Woche zieht gehen hunderttausende auf die Straße, um ihren Unmut gegen die deutsche Atompolitik zu äußern und einen schnelleren Ausstieg aus der Kernkraft zu forcieren. Auch bei der Wahl eines neuen Energieversorgers zeigt sich die Abneigung der Bevölkerung gegen Kernkraft: immer mehr Stromkunden lehnen herkömmliche Tarife aufgrund des Atomstrom-Anteils bewusst ab und setzen statt dessen auf Energie aus regenerativen Quellen. Damit tragen sie aktiv dazu bei, den Anteil von Atomstrom an der Energieversorgung zu senken.
Etikettenschwindel auf dem Strommarkt
Stromanbieter und Verbraucherportale vermelden gleichermaßen einen sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach grünem Strom. Sieben von zehn Energiekunden entscheiden sich derzeit lauf den Angaben eines großen deutschen Verbraucherportals beim Anbieterwechsel für einen Ökostrom-Tarif bei einem grünen Energieversorger. Der Energiemarkt reagiert auf die zunehmende Nachfrage: inzwischen gibt es hierzulande kaum einen Stromanbieter, der keinen Ökostrom-Tarif im Angebot hat. Doch längst nicht bei allen Ökostrom-Angeboten fließt tatsächlich Energie aus erneuerbaren Quellen aus der Steckdose. Denn Ökostrom ist kein geschützter Begriff, es gibt weder eine einheitlich Definition noch ein offizielle gültiges Gütesiegel. Anhand einiger Kriterien lassen sich jedoch seriöse Anbieter von unseriösen Angeboten unterschieden werden.
Nur zwei Gütesiegel aufschlussreich
Ob sich ein Versorger Strom anbietet, der ausschließlich umweltschonend erzeugt wird, lässt sich anhand verschiedener Gütesiegel erkennen:aufschlussreich und vertrauenswürdig sind nach Ansicht von Verbraucherschützer lediglich das “Grüner Strom Label” und das “ok Power Label”. Diese beiden Zertifikate garantieren, dass der angebotene Ökostrom eines Energielieferanten ausschließlich aus erneuerbaren Energien stammt. Zudem garantieren die beiden genannten Labels, dass der jeweilige Stromanbieter in neue Wind- oder Photovoltaikanlagen investiert und somit zum Ausbau des regenerativen Energienetzes beiträgt.
Viele vermeintliche Anbieter von Ökostrom schmücken sich mit TÜV-Siegeln, um ihre Stromtarife als grünen Strom auszuweisen. Hier sollten die Verbraucher deshalb ganz genau hinsehen, wofür das jeweilige TÜV-Siegel zertifiziert. Denn während das TÜV-Siegel etwa beim Anbieter “Greenpeace Energy” die hundertprozentig nachhaltige Herkunft des angebotenen Strom zertifiziert, bestätigt das Siegel bei anderen Lieferanten lediglich die Gewährleistung der Preisgarantie.
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