Kanzlerin wirbt für Energiewende

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nutzte den Beginn der Hannover Messe, um den Kurswechsel der Bundesregierung in Sachen Atompolitik zu verteidigen. So fasste Merkel die wichtigsten Punkte des Atom-Moratoriums der Bundesregierung zusammen und rief zum schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien auf.

Netzausbau hat Priorität

“Mut zu neuem Denken und auch zu neuen Wegen” sei eine wichtige Voraussetzung für den erfolgreichen Umstieg auf Strom aus regenerativen Quellen, so Merkel in ihrer Eröffnungsrede der weltweit größten Industriemesse in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover. Neben dem Bau und der Förderung von neuen Anlagen zum Gewinn von Energie aus Wind-, Solar- und Wasserkraft sowie Biomasse sei es nun vor allem notwendig, die nötige Infrastruktur zu schaffen und die Energienetze entsprechend auszubauen.

Zudem verteidige Merkel in ihrer Rede den Kurs der Bundesregierung nach der atomaren Krise in Japan. Ein grundlegendes Umdenken in der Energiepolitik sei nach den Ereignissen in Fukushima unausweichlich geworden. Zwar würden die deutschen Atomkraftwerke im internationalen Vergleich zu den sichersten Reaktoren gehören, doch können man nach Fukushima “nicht einfach zur Tagesordnung übergehen”.

Nicht nur in der Politik sowie im öffentlichen Mediendiskurs zählt die Atompolitik derzeit zu den wichtigsten und meistdiskutierten Themen. Auch auf der diesjährigen Hannover Messe beschäftigen sich zahlreiche der rund 6.500 Aussteller aus 65 Ländern mit Fragen rund um die Energietechnik und den effizienten Einsatz von Energie in wirtschaftlichen Prozessen.

Strenge Sicherheitsnormen gefordert

Frankreich ist Partnerland der Hannover Messe 2011. Der französische Ministerpräsident Francois Fillon forderte strengere länderübergreifende Normen und Sicherheitsvorschriften für Atomkraftwerke. Im Zuge des Unglücks in Japan habe auch das Vertrauen der Bevölkerung in Technik und Sicherheit geschwächt und in Frage gestellt. Zudem plant Fillon, die nukleare Sicherheit der Meiler im eigenen Land überprüfen zu lassen und mangelhafte Anlagen konsequent aus dem Verkehr zu ziehen.

Foto: Copyright Thomas Buttler / pixelio.de

 

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