AKW-Moratorium: Versorgungssicherheit durch Energie-Importe?
Viel diskutiert wird derzeit über die Folgen des Kurswechsels in der Atompolitik. Nach der Abschaltung der sieben ältesten Atomkraftwerke in der Bundesrepublik fragten sich viele Verbraucher: wie soll der Energiebedarf in Zeiten des AKW-Moratoriums gedeckt werden? Die deutsche Energiewirtschaft scheint nun eine Lösung gefunden zu haben: durch den Import von Strom aus dem Ausland wird die Energieversorgung in Deutschland sicher gestellt. Ein zweischneidiges Schwert, denn nun wird auch Atomstrom aus dem europäischen Umland in die deutschen Netze eingespeist.
Deutschand importiert Atomstrom
Seit der vorübergehenden Stilllegung der sieben ältesten deutschen Atommeiler ist die Bundesregierung aus Energie-Importe aus dem Ausland angewiesen. Seit März gelangt dabei zunehmend auch Atomstrom aus Frankreich und Tschechien in die Bundesrepublik, um den Wegfall der preiswerten Kernenergie zu kompensieren, die vor Beginn des Moratoriums in den nunmehr stillgelegten AKW produziert wurde.
Umweltbundesamt: Importe nicht notwendig
Das Umweltbundesamt kritisiert die verstärkten Stromimporte der Bundesregierung. So seien auch nach der Stilllegung der insgesamt acht Altmeiler noch ausreichende Reserven vorhanden, um den Energiebedarf der Bundesrepublik zu decken. Zudem befänden sich derzeit zahlreiche neue Gas- und Kohlekraftwerke im Bau, die bereits 2013 ans Netz gehen sollen. Spätestens dann würden die Importe unnötig, wenn bis zu diesem Zeitpunkt die notwendigen infrastrukturellen Voraussetzungen geschaffen würden. Wichtiges Ziel sollte es daher sein, die Transportnetze möglichst schnell auszubauen, damit zum Beispiel Windenergie aus Norddeutschland reibungslos und zügig in den Süden der Republik transportiert werden könne. Auch die deutschen Verbraucher können einen aktiven Beitrag zum Ausbau der Stromnetze leisten: wer nun zu einem zertifzierten Ökostromanbieter wechselt, kann den Anteil von Atomstrom am Energie-Mix senken. Zertifzierte Ökostrom-Lieferanten sind zudem dazu verpflichtet, in den Ausbau der erneuerbaren Energie zu investieren.
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