BDI-Studie: Was der schnellere Atom-Ausstieg die Verbraucher kosten wird

Dass der schneller Ausstieg der Bundesrepublik aus der Atomenergie vermutlich mit wachsende Kosten verbunden sein wird, scheint den meisten deutschen Verbrauchern inzwischen bewusst zu sein. Doch wie teuer wird der Strom tatsächlich werden, wenn alle deutschen Atomkraftwerke abgeschaltet worden sind? In einer neuen Studie des Bundesverbands der Deutschen Industrie werden nun konkrete Zahlen genannt. Rund 0,9 Cent mehr wird die Kilowattstunde Strom im Jahr 2020 laut den Berechnungen des BDI kosten – für eine dreiköpfige Familie eine monatliche Mehrbelastung von 2,63 Euro.

Strompreis steigt auf jeden Fall

Der Strom wird für deutschen Verbraucher in Zukunft teurer werden. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie, die von dem Institut r2b energy consulting im Auftrag des BDI durchgeführt worden ist. Laut den Ergebnissen der Untersuchung wird der Energiepreis in Deutschland in den kommenden Jahren weiter steigen – auch unabhängig vom frühzeitigen Ausstieg aus der Atomenergie. Denn um den Ausbau der erneuerbaren Energien sowie die Errichtung der notwendigen Infrastruktur voranzutreiben, seien auf jeden Fall weitere finanzielle Aufwendungen nötig.

Strom wird mindestens 14 Prozent teurer

Zur Berechnung des möglichen Anstiegs der Strompreise in Deutschland wurden in der BDI-Studie zwei unterschiedliche Szenarien miteinander vergleichen. Im ersten Szenario wird die erst im vergangenen Jahr beschlossene Laufzeitverlängerung der schwarz-gelben Bundesregierung zu Grunde gelegt, laut der alle deutschen Meiler frühestens im Jahr 2036 vom Stromnetz gehen würden. In einem zweiten Szenario wurde die Forderung der Grünen zu Grunde gelegt, bereits im Jahr 2017 alle AKW in der Bundesrepublik abzuschalten. In diesem Szenario wird zudem davon ausgegangen, dass die derzeit im Zusammenhang mit dem Atom-Moratorium vorübergehend abgeschalteten Kraftwerke nicht mehr in Betrieb genommen werden.

Insgesamt kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass durch den früheren Atomausstieg bis zum Jahr 2020 der Strom für die privaten Haushalte um knapp einen Cent pro Kilowattstunde teurer werden würde. Würden alle deutschen AKW bis zum Jahr 2018 abgeschaltet, würde sich der Strompreis auf durchschnittlich 27,6 Cent pro Kilowattstunde erhöhen – im Vergleich zu heute ein Anstieg um 18 Prozent.

Würde die Laufzeitverlängerung wie ursprünglich von der Bundesregierung geplant umgesetzt, dann würde eine Kilowattstunde Strom im Jahr 2020 in etwa 26,7 Cent kosten – das sind immerhin 14 Prozent mehr als in der Gegenwart.

Foto: Copyright Dieter Schütz / pixelio.de

 

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