Verliert Deutschland bei der Windenergie den Anschluss?
Windenergie soll einen wichtigen Beitrag zum Ausstieg aus der Atomenergie leisten.
Zahlreiche Windkraftanlagen sind in den letzten Jahren bereits entstanden, allerdings fast ausschließlich an Land. Lediglich ein Offshore-Windpark im kommerziellen Betrieb ist derzeit vor der deutschen Küste zu finden. Alle anderen Anlagen sind nur Versuchseinrichtungen. Dass es bisher nicht mehr Windparks vor der deutschen Nord- und Ostseeküste gibt, hängt vor allem mit der umständlichen Bürokratie und dem schleppenden Ausbau des Hochspannungsnetzes hierzulande zusammen, andere Länder drohen uns zu enteilen.
Großbritannien weltweit führend
In Europa sind es vor allem Großbritannien und Dänemark, die bei Offshore-Windparks führend sind. In beiden Ländern wird kräftig in diese Technologie investiert und die vorhandenen Wasserflächen werden optimal genutzt. So wird darauf verzichtet an Land wertvollen Platz zu verschwenden, der besser anderweitig genutzt werden kann. Auch sind die Windkraftanlagen auf See wesentlich effektiver, da hier ein konstanter und starker Wind weht. Die Offshore-Anlagen können somit deutlich zuverlässiger zur Deckung der Grundlast beitragen. Auch können die Masten größer gebaut werden und somit einen höheren Ertrag garantieren.
Deutschland hat Nachholbedarf
Unsere europäischen Nachbarn haben die Möglichkeiten, die die Offshore-Windparks bieten, anscheinend erkannt und nutzen sie intensiv. Unter den zehn größten im Wasser errichteten Windparks finden sich vier dänische und fünf britische Anlagen. Lediglich Belgien kann mit der Windfarm Bligh Bank in die Phalanx der beiden Länder einbrechen. Die beiden deutschen Windparks Baltic 1 und der Testpark Alpha Ventus finden sich hingegen abgeschlagen auf den hinteren Rängen. Sie erzeugen zusammen nur gut ein Drittel der Strommenge, die die weltweit größte Anlage, Thanet, vor der Küste von Kent generiert. Mit der Anlage BARD 1 schickt sich Deutschland nun an, näher an die Spitze zu rücken, doch die Genehmigungsverfahren sind langwierig und der Ausgang oft ungewiss. Dazu kommen Bürgerbeteiligungen, Umweltauflagen und Behördenkonsultationen. Während es in diesem Bereich zumindest langsam Verbesserungen gibt, steht in den Sternen, wie der Netzausbau, der die gewonnene Energie großflächig verteilen soll, weiter vorangeht. Die bereits existierende Infrastruktur kann den zusätzlichen Strom nach den Berechnungen der Bundesnetzagentur nicht in den Westen und Süden der Republik befördern. Aber selbst wenn dieses Problem gelöste wird, wird es Deutschland schwer haben, Großbritannien einzuholen. Unter den zehn größten im Bau befindlichen Offshore-Windparks befinden sich sechs britische. Das leistungsfähigste Projekt, London Array, soll im nächsten Jahr ans Netz gehen und eine Kapazität von 630 Megawatt haben.
Weitere interessante Artikel:
Mich wundert das Deutschland, in dem Bereich Nachholbedarf hat. Da Deutschland zu den Wegweisern in Sachen Technologie für Windenergie zählt.
Das die Bürokratie hier im Land oft ein Hindernis ist, ist ja bekannt und daher kein Wunder das wir hinter Großbritannien und Dänemark hinterher hincken.
Aber man sollte daran denken das der Atomausstieg beschlossene Sache ist und man nun schauen muss auf alternative Energien umzusteigen, von daher sollte das Thema Windparks vor der Ost- und Nordseeküste mehr Wichtigkeit erhalten.