Schaffen wir den Umstieg? – Grüner Strom für Großstädte

Wie lassen sich Großstädte in Zukunft mit grüner Energie versorgen? Ist es überhaupt möglich Millionen von Menschen ausschließlich mit Ökostrom zu beliefern und welche Voraussetzungen müssen hierzu erfüllt werden? Dass die Veränderungen bei der Zusammensetzung des Stroms große Herausforderungen mit sich bringen, war jedem klar, doch mit den Detailfragen konnte oder wollte man sich vor der Energiewende noch nicht auseinandersetzen. Erst jetzt werden Politik und Öffentlichkeit bewusst, wie viel Probleme und Problemchen auf dem Weg zu einer Stromversorgung mit grüner Energie lauern.

Wie sich der Anteil von CO2 frei produziertem Strom in Großstädten erhöhen lässt, hat nun die TU Berlin in Zusammenarbeit mit Siemens und Vattenfall untersucht. Im Mittelpunkt der Studie standen dabei die Smart-Grid-Technologie und die effektive Nutzung der grünen Energie. Denn während dank der großzügigen Förderung durch EU, Bund und Länder immer mehr Anlagen zur Erzeugung von Ökostrom entstehen, gibt es bei der Verteilung und Nutzung noch deutliche Defizite.

Intelligente Stromnutzung

Das größte Problem der erneuerbaren Energien ist noch immer ihre Unberechenbarkeit. Vor allem das Wetter bereitet große Probleme und sorgt dafür, dass Angebot und Nachfrage durch erneuerbare Energieträger nur selten übereinstimmen. Im schlimmsten Fall geht hierdurch wertvolle Energie verloren. Ziel muss es sein, den anfallenden Ökostrom auch zu Spitzenzeiten effizient nutzen zu können, dies ist wohl die größte Herausforderung der Energiewende. Ein intelligentes Stromnetz ist ein wichtiger Baustein bei der Lösung dieses Problems. Hierdurch soll der Verbrauch von Großabnehmern intelligenter gesteuert werden. Durch die Vernetzung mit den Stromerzeugern soll der Strom vor allem dann nachgefragt werden, wenn er in großen Mengen verfügbar ist. Stromintensive Prozesse werden so zu Zeiten durchgeführt, in denen viel Ökostrom erzeugt wird. Da auch eine Zunahme der Elektromobilität erwartet wird, soll dieser Bereich ebenfalls mit in das Smart-Grid eingebunden werden. Die Autos sollen dann geladen werden, wenn viel Ökostrom zur Verfügung steht und hierdurch als Speicher für die grüne Energie dienen. Der strombedingte CO2-Ausstoß könnte so um bis zu 14 Prozent gesenkt werden. Zusammen mit dem intelligenten Einsparen von Energie ist es dank der Smart-Grid-Technologie möglich, den Ökostromanteil einer Stadt wie Berlin innerhalb von gut 25 Jahren von 25 auf 60 Prozent zu steigern.

 

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