Smart Meter-Boom in Europa

Die Nachfrage nach Smart Metern ist europaweit höher denn je. Viele EU-Staaten investieren zur Zeit eifrig in den Ausbau der intelligenten Stromzähler, um die von der Europäischen Union geforderten Energieziele bis zum Jahr 2020 erfüllen zu können. Vor allem in Frankreich, Spanien und Großbritannien floriert der Smart Meter-Markt – nur in Deutschland hinkt der Ausbau bislang noch hinterher.

109 Prozent Wachstum in Großbritannien

Die dritte Energierichtlinie der EU fordert von den Mitgliedsstaaten bis zum Jahr 2020 eine 80-prozentige Marktdurchdringung von Smart Metern zu erreichen. Die meisten EU-Staaten befinden sich derzeit auf gutem Wege, diese Vorgaben erfüllen zu können. Zu dieser Einschätzung kommt eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft Frost & Sullivan. Europaweit rechnen die Berater mit einem Zuwachs von 26 Prozent, das größte Wachstumspotential liegt dabei auf den britischen Inseln. So hat die Regierung Großbritanniens angekündigt, bis zum Jahr 2019 rund 53 Millionen private Haushalte mit Smart Metern für Strom und Gas ausstatten zu wollen. Im Jahr 2014 sollen die britischen Haushalte laut Regierungsplänen massenhaft mit Smart Metern ausgestattet werden. Ähnlich ehrgeizig arbeitet die französische Regierung an der Umsetzung der EU-Energieziele. Bis zum Jahr 2016 sollen intelligente Stromzähler in allen privaten Haushalten Pflicht werden. Andere europäische Staaten erfüllen schon jetzt die EU-Vorgaben: in Schweden konnte bereits im vergangenen Jahr eine hundertprozentige Marktdurchdringung erreicht werden, in Italien wurden allein in 2010 mehr als 33,5 Millionen Haushalte mit Smart Metern bestückt. Für diese drei Märkte erwarten die Experten für die kommenden Jahre die größten Zuwachsraten. Allein in Großbritannien soll das Liefervolumen bis 2017 um satte 109 Prozent zulegen.

Datenschutz-Problematik bremst Wachstum in Deutschland

In Deutschland schreitet die Marktdurchdringung der intelligenten Stromzähler weitaus weniger ambitioniert voran. Hierzulande ist die Einführung von Smart Metern nicht für jeden Haushalt verpflichtend. Erst im Herbst diesen Jahres tritt die jüngste Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) in Kraft, die bereits im Juni 2011 verabschiedet wurde. Nach der bisherigen Regelung wird der Einbau eines Smart Meters unter anderem erst ab einem jährlichen Stromverbrauch von mindestens 6.000 Kilowattstunden vorgeschrieben. Grundlegend ist mit dem Einbau von Smart Metern in der Bundesrepublik eine Datenschutz-Problematik verbunden: die smarten Stromzähler müssten personenbezogene Daten so weitergeben, dass der Datenschutz dabei nicht verletzt wird.

 

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