Neue Kohlekraftwerke nicht nötig
Bisher nahm man an, dass der Bau neuer Kohlekraftwerke eingedenk des raschen Atomausstiegs unumgänglich wäre. Doch jetzt belegen neue Kalkulationen das Gegenteil: Für den Übergang in das Atom-freie, regenerative Zeitalter könne der Bedarf an zusätzlichen fossilen Kraftwerken vollständig mit dem Neubau von Gaskraftwerken gedeckt werden. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie zur künftigen Rolle von Gaskraftwerken des Arrhenius-Instituts für Energie- und Klimapolitik. Umweltschützer dürften angesichts dieser Nachricht erleichtert aufatmen.
Bauvorhaben sollen eingestampft werden
Energiekonzerne wie E.On werden nun von höchster Stelle aufgefordert, geplante Bauvorhaben abzubrechen. Ob der Energieriese diesbezüglich einlenken und damit auch Verantwortung den eigenen Kunden gegenüber übernehmen wird, bleibt fraglich. Die Studie besagt im Detail, dass bis zum Jahre 2030 trotz des Atomausstiegs und der Stilllegung alter Kohlekraftwerke ein überschaubarer Bedarf an zusätzlicher Gaskraftwerks-Leistung bestehe. Glaubt man den Berechnungen des Arrhenius-Instituts, würden somit in den kommenden zehn Jahren lediglich drei Gigawatt zusätzlicher Energiekapazität benötigt, um die Abdeckung der maximalen Last jederzeit sicherzustellen. Das ist wesentlich weniger, als man vorab erwartet hatte. In den folgenden fünf Jahren müssten fünf bis zehn Gigawatt zugebaut werden. Das hängt nun auch davon ab, wie hoch der Anteil des Imports von Strom aus erneuerbaren Energien ist, der als gesichert angesehen wird. Im Allgemeinen machen die nun veröffentlichten Zahlen wieder ein wenig Mut und zeigen, dass der Atomausstieg bis zum Jahr 2022 und die Aufstockung der regenerativen Energieversorgung durchaus möglich sind. Die Investoren sollten sich jedoch der Tatsache gewahr sein, dass die neuen Gaskraftwerke in der Zukunft die Ergänzung der erneuerbaren Energien bilden und nicht etwa umgekehrt. Denn die Zukunft ist grün!
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