Klärschlamm als Energielieferant

Wir hatten vor ein paar Wochen ja schon mal über den mehr oder weniger erfolgreichen Versuch, aus Abfall Energie zu generieren, berichtet. Forscher der Hochschule Ruhr West (HRW) in Bottrop wollen jetzt den Einsatz von ökologisch hergestellter Kohle als Brennstoff forcieren. Man ist sich bereits sicher, dass die Bio-Kohle ein Baustein in der Energiewende sein wird. Ob sie allerdings auch das Potential hat, eines der Zugpferde zu werden, steht noch in den Sternen.

Neue Art der Kohleherstellung

Die Wissenschaftler nutzen die vapothermale Carbonisierung (VTC) als Basis ihrer Kohleherstellung. Bei bis zu 250° C und 42 bar Druck kann aus reiner Biomasse Kohle entstehen. Das VTC-Verfahren verspreche schneller und energieeffizienter zu sein als die bisherige Methode in einem Wasserbad in Dampfatmosphäre. Aber nicht nur industrielle, kompostierte Pflanzenreste könnten bei diesem Verfahren benutzt werden – auch Klärschlamm wäre in diesem Fall eine brauchbare Alternative. Selbiger hat auch einen wichtigen Vorteil: Er findet sich nicht, wie andere Biomasse, in Konkurrenz mit der Nahrungskette. In einigen Teilen der Welt hatte der exzessive Gebrauch von Biokraftstoff dazu geführt, dass der Mais knapp wurde. In Deutschland ist das Hauptproblem die Monokultur auf den Feldern. Im Gegensatz zum Anbau von Mais eignet sich die Biokohle unter Umständen sogar dafür, die Eigenschaften von Ackerböden zu verbessern. Laut den Wissenschaftlern könnten die gepressten Pellets als Hilfsstoff dazu beitragen, den Boden dauerhaft fruchtbarer zu machen und das Wachstum von Pflanzen zu steigern. Eingedenk der Tatsache, dass fruchtbare Flächen eigentlich der Lebensmittelgewinnung dienen sollten und zum Beispiel der Anbau von Sprit-Mais die Böden ziemlich kaputt zurücklässt, hat die Klär-Kohle ja vielleicht wirklich eine Zukunft.

 

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