Ökostrom – Fluch oder Segen?

Als Ökostrom bezeichnet man im Allgemeinen die Energie, die aus regenerativen Quellen wie der Sonne, dem Wasser oder dem Wind gewonnen wird. Im Gegensatz zu den fossilen Energieträgern (u.a. Holz, Braunkohle etc.) ist der Naturstrom unerschöpflich und somit besser für die Umwelt geeignet. Darüber hinaus wird bei der Erzeugung von Sonnen- und Windenergie kein schädliches Kohlendioxid (CO2) freigesetzt, das den Treibhauseffekt verstärkt. Und das sind noch längst nicht alle Vorteile, die der Ökostrom mit sich bringt. Warum sich ein Wechsel des Stromanbieters durchaus lohnt und welche positiven Eigenschaften die erneuerbaren Energien mit sich bringen, wird im Folgenden aufgeführt.
Die Vorteile im Überblick
- Vorteil 1: Während Erdöl beispielsweise nicht in jedem Land vorhanden ist und somit teurer eingekauft werden muss, stehen die Sonne, das Wasser und der Wind jedem Kontinent unbegrenzt zur Verfügung. Letztendlich entscheidet die Höhe des nutzbaren Ökostroms darüber, wie abhängig ein Land von anderen Energielieferanten ist. Durch den erhöhten Nutzen kann ein Land letztendlich aus eigener Kraft seine Bevölkerung mit Strom versorgen und sich ein Stückchen mehr Unabhängigkeit sichern.
- Vorteil 2: Solange die Anlagen für erneuerbare Energie weiterhin ausgebaut werden müssen, werden automatisch mehr Arbeitsplätze geschaffen. Alleine in Deutschland wurden bislang mehr als 215.000 neue Arbeitsplätze geschaffen – weitere 300.000 Stellen sollen in den nächsten Jahren (bis 2020) durch die Förderung von Ökostrom zusätzlich besetzt werden. Um die Zahlen noch besser zu verdeutlichen, sei an dieser Stelle gesagt, dass in der Atomindustrie bundesweit nur 30.000 Menschen arbeiten.
- Vorteil 3: Momentan werden durch den steigenden Nutzen von Sonnen-, Wind- und Wasserenergie jedes Jahr in Deutschland bis zu 100 Millionen Tonnen weniger Kohlendioxid (CO2) produziert. Des Weiteren können die Ausgaben vom Staat für die Atommülllagerung reduziert werden, da Ökostrom weder fachmännisch entsorgt werden muss, noch zur Umweltverschmutzung beiträgt. Ganz im Gegenteil!
Wie die Energiegewinnung aus Wasser und Wind in der Praxis aussehen kann, zeigt dieses Video eines Wasserkraftwerks in Alqueva, Portugal.
Der Wechsel zu Ökostrom
Rund zwölf Prozent des Gesamtstromverbrauchs in Deutschland liegen bereits erneuerbare Energiequellen zugrunde. Bis zum Jahre 2020 soll der Anteil an Ökostrom mindestens doppelt so hoch ausfallen. Um das energiepolitische Ziel weiterhin zu verfolgen und den Ausbau erneuerbarer Energien zu fördern, wurde die Laufzeit der Kernkraftwerke in Deutschland vom Deutschen Bundestag verkürzt – bis 2022 sollen alle Atomkraftwerke abgeschaltet werden.
Auch wenn die Strompreise ständig steigen, erst zum Jahresbeginn haben auch die Ökostromanbieter ihre Tarife gemäß dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) erhöht, müssen die Verbraucher nicht zwangsläufig mehr zahlen. Wer vor dem Wechsel seines aktuellen Stromanbieters einen kostenlosen und unverbindlichen Vergleich im Internet durchführt, kann bare Münze sparen. Je nachdem, in welchen Teilen Deutschlands man lebt und welche Anbieter zur Verfügung stehen, fallen die Preise unterschiedlich hoch aus.
Beim Vergleich spielen vor allen Dingen der Verbrauch und der Tarif eine wichtige Rolle. Weiterhin macht es durchaus Sinn, einen Anbieter zu wählen, der das Ummelden übernimmt und dem alten Energieversorger kündigt. Ebenso bieten viele Anbieter attraktive Wechselprämien an, allerdings fällt die Mindestlaufzeit des Vertrages im Normalfall etwas höher aus – zudem wird der Bonus erst nach einem bestimmten Zeitraum ausgezahlt. Grundsätzlich sollte immer das Kleingedruckte beachtet werden, indem sich diverse Kostenfallen verstecken können. Nur wer Augen und Ohren gleichermaßen offen hält, findet auch den besten Tarif und kann einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Weitere interessante Artikel: