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Der Weg, den das Erdgas zum Endverbraucher und dessen Küche oder Heizung zurücklegt, beläuft sich meist auf über Tausende von Kilometern.
Auf der Suche nach Erdgas-Ressourcen werden zunächst seismische und geophysikalische Messungen durchgeführt, und erst
wenn diese ein positives Ergebnis zeigen, sprich, das Vorkommen eine
gewisse Größe hat und die Förderung rentabel wäre, dann beginnt man mit
Probebohrungen von bis zu 7.000 Metern Tiefe.
Von vier
Probebohrungen ist nur eine erfolgreich. Sie werden in der Regel durch
Tiefbohrtechnik im Rotary-Verfahren durchgeführt, bei dem sich der
Borhmeißel mithilfe kreisender Bewegungen tausende Meter tief in die
Erde frisst. Ist die Probebohrung jedoch erfolgreich, dann beginnt man die richtige Produktionsbohrung vorzubereiten.
Das Bohrloch wird vorbereitet, der Bohrturm abgebaut und mittels Sprengladungen die Zementierung perforiert.
Denn
für die Förderung selber benötigt man keine Bohrtürme mehr, das
vorbereitete Loch wird mit einem Zwischenrohr stabilisiert und über ein
eingeführtes Steigrohr werden die Sprengladungen bis zu den Lagerstätten
gebracht. Durch die Explosionen wird das Erdgas freigesetzt und es
entweicht dann durch das Zwischenrohr direkt in die Versorgungsleitung.
Bei den Bohrinsel, die mittels Off-Shore-Bohrungen Erdgas fördern, funktioniert es nach einem ähnlichen Prinzip.
Der über dem Meeresspiegel liegende Teil der Insel bildet aber wie bei einem Eisberg den kleinsten Teil der gesamten Anlage.
Die
Bohrinsel, die im Trollfeld vor Norwegen für die Förderung zuständig
ist, ist dreimal so groß wie der Kölner Dom und stellt damit das höchste
mobile Bauwerk der Welt dar. Hier kommt die sogenannte
Horizontalbohrtechnik zum Einsatz, die bis zu 60 parallele Bohrungen auf
einer Plattform ermöglicht.
Ist das Erdgas dann gefördert, kann es, nachdem man es auf -162 Grad herunter gekühlt hat, als komprimiertes Flüssiggas (LNG = Liquified Natural Gas) mit dem Schiff transportiert werden.
Die traditionelle Form des Transports findet von den Erdölfeldern aus mithilfe von Pipelines statt. In diesem Pipelines gibt es alle 100 bis 200 Kilometer sogenannte Verdichtungsstationen, die für eine vernünftige Fließgeschwindigkeit des Gases sorgen, aber bei zu hohem Druck sorgen sie auch für die Abbremsung des Gases.
Bevor das Gas dann vor Ort genutzt werden kann, ist eine Druckreduzierungsanlage dazwischen geschaltet, die dafür sorgt, dass das Erdgas dem örtlichen Leitungsdruck angepasst wird.
Aus den Druckreduzierungsanlagen kommt das Erdgas dann über sogenannte Fernleitungen mit einem Durchmesser von rund 160 Zentimetern zu Ihren Hausanschlüssen, dessen Leitungen hierzulande einen Durchmesser von etwa fünf Zentimeter haben.
Wenn man alle Leitungen Deutschlands, wie
Fernleitungen, regionale Leitungen und örtliche Leitungen sowie
Hausanschlüsse, zusammen rechnet, dann kommt man auf ein Versorgungsnetz
von über 360.000 Kilometern, die aus Rohrleitungen bestehen.
Die
Aufgabe der Erdagsanbieter ist natürlich, dieses Netz regelmäßig zu
warten, viele bauen es auch noch zusätzlich weiter aus.
Wichtig
ist aber auch die Speicherung von Erdgas, schließlich fließt das Erdgas
kontinuierlich durch die Leitungen, wir haben aber im Sommer einen
recht geringen Verbrauch, und dafür im Winter einen sehr hohen Verbrauch
an Energie.
Zum Ausgleich und um eine kontinuierliche Vorsorgung zu
garantieren, hat man deshalb unter Tage verschiedene Arten der
Speicherung konzipiert. Diese künstlichen Lagerstätten liegen in der
Regel in einer Tiefe von 180 bis zu 3.000 Metern.
Es gibt drei verschiedene Möglichkeiten der Speicherung, die alle von Mutter Natur abgekupfert sind.
Porenspeicher
als auch Aquiferspeicher bestehen aus tiefen, porösen
Gesteinsschichten, die früher einmal Wasser geführt haben, und die man
sich deshalb für diese Art der Speicherung zu Nutze machen kann.
Karvenspeicher
jedoch werden künstlich angelegt und befinden sich meist in
Salzstöcken. Hier kommt das Soleverfahren zum Einsatz, indem man Wasser
hineinpumpt, dieses löst das Salz auf, und dann wird das Ganze wieder
heraus gepumpt und das Erdgas hineingefüllt. Bei diesem aufwändigen
und langwierigen Verfahren dauert es Jahre, bis eine Kaverne mit einem
Volumen von 100.000 Kubikmetern fertiggestellt ist. Angesichts dessen sollte man als Verbraucher auf eine bewusste Verwendung von Erdgas achten.