Erdgas-Ressourcen weltweit

Die weltweiten Erdgasvorkommen sind nicht breit über alle Kontinente verteilt, sondern finden sich hauptsächlich auf bestimmte Regionen konzentriert.

Erdgasvorkommen und weltweite Nutzung

Die Erdgas-Ressourcen belaufen sich weltweit auf insgesamt auf rund 207.000 Milliarden Kubikmeter.
Davon verteilen sich knapp 50 Prozent mit 83.000 Milliarden auf Russland, 15 Milliarden auf die USA, die drittgrößten Ressourcen haben mit jeweils 11.000 Milliarden Saudi-Arabien und der Iran, und der Rest verteilt sich in größeren Mengen auf Nigeria, den Irak und das Golfemirat Katar.

Was den jährlichen Verbrauch angeht, sind die Relationen jedoch stark verschieden.
Hier liegen die USA mit rund 630 Milliarden Kubikmetern, was über 22 Prozent des gesamten Weltverbrauchs ausmacht, mit Abstand an der Spitze.
Dann folgt Russland mit 15 Prozent, und nach einer großen Pause kommen dann Deutschland und Großbritannien gemeinsam mit 3,6 Prozent des Weltverbrauchs auf dem dritten Platz, gefolgt von Kanada, dem Iran und Japan. Italien, Ukraine und Saudi Arabien liegen auch noch bei einem Anteil von über 2 Prozent, alle anderen Länder jedoch liegen unter einem Prozent des gesamten Verbrauchs weltweit.

Förderung von Erdgas

Im Jahre 2006 waren die Länder mit dem höchsten Anteil an der Erdgasförderung natürlich Russland, die USA, Kanada, Norwegen und der Iran.
Weltweit werden im Jahr rund 2.800 Milliarden Kubikmeter Erdgas verbraucht, und damit lässt sich auch feststellen, dass die Energiegewinnung durch Erdgas rund 25 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs abdeckt.

Erdgas-Verbrauch weltweit

Man geht davon aus, dass die Reserven von den großen westlichen Produzenten, wie USA, Kanada und Großbritannien innerhalb einer Dekade aufgezehrt sein werden, da heute in vielen Haushalten Erdgas Verwendung findet. Vor allem die europäischen Staaten suchen immer noch nach neuen Bezugsquellen für Erdgas, deshalb ist das Flüssiggas (LNG) derzeit besonders hoch im Kurs.

Flüssiggas

Das verflüssigte Gas wird mittlerweile an einigen Orten auf der Welt gewonnen, aber besonders in Katar, einem Golfemirat, das im Besitz des größten Erdgasfeldes der Welt ist, nämlich dem Nordfeld.
Bisher war die Förderung allerdings nicht rentabel, da man von dort aus keine kostengünstigen Pipelines zu den wichtigsten Bezugsländern legen konnte und erst mit der Verflüssigung von Gas die Möglichkeit zum Transfer via Schiff gegeben war.

Nicht nur Deutschland versucht auf diesen Zug mit aufzuspringen, sondern auch in den USA, Großbritannien und Italien sind bereits Terminals und Speicher im Bau, damit die LNG-Tanker ihre Fracht auch dort löschen können.
Denn der Transport mit dem Schiff ist meist schon ab einer Distanz von mehr als 3.000 Kilometern weitaus kostengünstiger als der Transfer mithilfe von Pipelines.

Pipelines

Trotzdem baut man in Deutschland immer noch hauptsächlich auf die Erdgasversorgung mithilfe von Pipelines.
So soll die im Jahre 2010 in Betrieb genommene Nordeuropäische Gasleitung, die für viele Diskussionen gesorgt hat und immer noch heiß umstritten ist, auf einer Strecke zwischen Greifswald und Russland mit einem Volumen von 55 Milliarden Kubikmetern jährlich rund die Hälfte des derzeitigen Jahresverbrauchs in Deutschland decken.

Erdgas = umweltfreundlich?

Generell gilt Erdgas als sauberster fossiler Brennstoff, da bei der Verbrennung durch seinen hohen Wasserstoffanteil, bzw. geringen Kohlenstoffanteil nur eine sehr geringe Rußbildung und Schadstoffemission entsteht.

Trotzdem muss man feststelllen, dass die Förderung, der Transport und die Verarbeitung von Erdgas rund 50 Prozent der Freisetzung des Treibhausgases Methan verursachen.
Das geschieht nicht nur durch undichte Stellen in den technischen Anlagen, sondern auch weil einige Förderer das Erdgas als Nebenprodukt bei der Erdölförderung nicht umweltgerecht und nutzbringend abführen, sondern es zurück in der Erde pumpen oder vielmehr abfackeln.

Es gibt aber glücklicherweise mittlerweile einige sogenannte "Flare down"-Programme von führenden Erdölförderern, die dafür sorgen sollen, dass selbst das als Nebenprodukt auftretende Gas vernünftig verarbeitet wird, um es im Anschluss einer kontrollierten umweltbewussten Nutzung zuzuführen, damit es andere, unsaubere Energieträger ersetzen kann.

Das Erdgas befindet sich also momentan als sauberster fossiler Brennstoff auf einem Siegeszug um die Welt, zumindest so lange, bis die Ressourcen irgendwann aufgebraucht sind.