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Die Anfänge der Nutzung von Erdgas liegen bereits
in den Jahren 6.000 – 2.000 vor Christus, als man die ersten Funde im
heutigen Iran dokumentiert hat.
In uralten Urkunden fand man Hinweise auf ewige Feuer, die die damaligen sumerischen Priester für göttliche Zeichen hielten.
Um
900 vor Christus finden sich dann die ersten eindeutigen Hinweise auf
eine Nutzung von Erdgas, und zwar wurde es in China bei der
Salzgewinnung entdeckt, und zu dessen Trocknung eingesetzt.
Dort begann man auch in dieser Zeit mit der regelrechten Förderung von Erdgas mithilfe von Bambusrohren. Diese Form der Erdgasgewinnung ist bis 1.100 nach Christus überliefert.
Um
das Jahr 1600 herum führte der niederländische Chemiker Jean Baptiste
Helmont den Begriff "Gas" ein, den er von dem griechischen Begriff
"chaos" für einen leeren Raum abgeleitet hatte.
Man sprach deshalb
das Wort "Gas" auch mit einem ich-Laut am Anfang aus, und nicht wie
heute mit dem für "g" gebräuchlichen Laut.
Die erste Leuchtgaslampe wurde im Jahre 1799 von einem Franzosen namens Philippe Lebon in Paris zum Patent angemeldet. Sie gelangte allerdings viele Jahre lang nicht zu dem Ruhm und der Bekanntheit, die ihr eigentlich gebührt hätte.
Im Jahre 1812 gründete dann der deutsche Kaufmann Albert Winzer die erste Gasgesellschaft in London, der Name des Unternehmens war "Gas Light and Coke Company". Dort hat er das Gas hergestellt und mittels Rohrleitungen an seine Kunden verteilt.
Die erstmalige Verwendung von Erdgas als Kraftstoff fand im Jahre 1860 in Frankreich statt.
Dort
hatte Etienne Lenoir, der vorher als Kellner beschäftigt gewesen war,
die zündende Idee, und ließ sich seine "Gasmaschine", wie er sie
bezeichnete, patentieren.
Mit dieser Maschine fuhr er mithilfe eines
selbstgebauten mit Gas betriebenen Motor eine Strecke von 15 Kilometern
von Paris zum kleinen Örtchen Joinville.
In Deutschland wurde
der erste Gasmotor drei Jahre später konstruiert, als Nikolaus August
Otto, der Erfinder des Otto-Motors, sich die Rechte an den Patenten
sicherte.
Dieser baute das Prinzip von Lenoir aus und verbesserte es
noch, so dass der Motor in Serie gebaut werden konnte, und seitdem in
Fabriken konstruiert wurde.
Die Erfindung an sich war vor allem
durch die Vorarbeit von Lenoir noch kostengünstiger als die Erfindung
der Dampfmaschine. Im Jahre 1872 gründeten Otto und Eugen Langen ihre
eigene Gas-Motoren-Fabrik Deutz AG.
Den ersten deutschen Erdgasfund machte man im Jahre 1910 bei Neuengamme in der Nähe von Hamburg, wo man eigentlich nach Wasser gebohrt hatte und dabei aus Versehen eine Gasexplosion verursacht hat.
In Österreich dagegen fand man die erste Erdgasressource, und damit auch die allererste auf dem europäischen Kontinent, schon im Jahre 1844 in Wien im Gebiet des Ostbahnhofs.
Im Jahre 1934 erfolgte dann die erste gesetzliche Verordnung in Deutschland bezüglich der Suche nach Erdöl und Erdgas, die besagte, dass sich der Staat diesbezüglich alle Rechte vorbehält und die Bohrung als auch die Förderung von konzessionierten Firmen übernommen wird.
Um den
steigenden Erdgasbedarf in der Bundesrepublik decken zu können, musste
man sich aber mit der Zeit nach anderen Quellen umsehen.
Deshalb
wurde im Jahre 1970 erstmals ein Vertrag mit der Sowjetunion bezüglich
einer Lieferung von drei Milliarden Kubikmeter Erdgas an die Ruhrgas AG
abgeschlossen. Zu diesem Zweck wurden von der Mannesmann AG 1,2
Millionen Tonnen Großrohre gebaut, aus denen eine Pipeline konstruiert
wurde.
Im Jahre 1980 fand dann die erste tiefe Bohrung auf deutschem Boden statt, bei der das Erdgasfeld in einer Tiefe von 6.775 Metern in der Nähe von Bremen, genauer gesagt Söhlingen, entdeckt worden ist.
Heutzutage und in der Zukunft gewinnt die Erdgasförderung und Verwendung von Flüssiggas jedoch immer mehr an Bedeutung.
Denn
durch die Verflüssigung ist das Gas wesentlich besser zu
transportieren, und damit können auch Erdgasfelder, die bisher wegen zu
teurer und komplizierter Transportwege als unrentabel galten,
ausgebeutet und genutzt werden.
Ein Vorreiter ist beispielsweise
das Golfemirat Katar, das alleine 15 Prozent des gesamten
Erdgasvorkommen auf seinem Gebiet zu liegen hat.
Von dort und auch
anderen Orten aus wird das LPG (Flüssiggas) neuerdings mit Schiffen in
die zu versorgenden Länder gebracht. Damit gewinnt vor allem Europa mehr
Unabhängigkeit von den russischen Pipelines, denn der Gasstreit
zwischen Russland und der Ukraine hatte zu großen Engpässen in der
Lieferung geführt.
Aus dem Grund hat auch die EnBW vor wenigen Jahren ein neues erdgedecktes Flüssig-Gas-Lager in der Nähe von Stuttgart errichtet, damit man mithilfe von Flüssiggas-Lieferung per Schiff auch zukünftig den erhöhten Verbrauch im Winter decken kann.