Der Strommarkt
Der Strommarkt ist ein hart umkämpftes Pflaster und geht mit verschiedenen Anbietern einher. Bedingt durch den stetigen Wettbewerb, steigen und fallen die Preise, so dass es für den Endverbraucher mitunter nicht einfach ist, den richtigen Anbieter zu wählen.
Zu Beginn des florierenden Strommarkts waren staatliche Monopole an der Reihe. Sie bestimmten die Preise und die Einzugsbereiche der Stromlieferung. Ende 1997 wurde eine Liberalisierung des Strommarktes angestrebt, um somit einen freien Wettbewerb herzustellen. Die staatliche Monopolstellung begann zu schwanken.
Liberalisierung des Stromnetzes
Die Liberalisierung besagt, dass Stromerzeugung und dessen Verkauf praktisch durch jedermann erfolgen können. Für die Strombetreiber bedeutete dies, eine gesetzlich vorgeschriebene Stromversorgung für alle Endverbraucher, wobei mitunter auch Stromnetze zur Fremdlieferung des Stroms zur Verfügung gestellt werden mussten. Durch diesen Vorgang konnten sich vier Stromversorger etablieren. E.ON, Vattenfall, RWE und EnBW betrieben nahezu 90 % der in Deutschland befindlichen Kraftwerke.
Hauptgrund der Liberalisierung des Stromnetzes war in erster Linie die Senkung der Strompreise. Doch durch den nun entstanden Wettbewerb und den vier genannten großen Stromversorgern wurden die Preise wieder auf ein sehr hohes Niveau getrieben – vergleichbar mit den Preisen vor der Liberalisierung.
Veränderungen im Strommarkt
Der Strommarkt unterliegt ständigen Veränderungen und hat ferner mit gesetzlichen Regelungen, technischem Fortschritt und Anpassungen an die Nachfrage zu kämpfen.
Faktoren wir die Weiterentwicklung der Kraftwerke, der Stromspeichermöglichkeiten sowie der Steuerungstechnik spielen dabei eine große Rolle. Unter ökonomischen Gesichtspunkten betrachtet, spielt vor allem der harte Wettbewerb, einhergehend mit etlichen Billigstromanbietern, der veränderte Finanzierungssituation sowie der Zugang zur alternativen Stromerzeugung eine große Rolle. Zunächst stellten Kohle und Gas eine große Konkurrenz dar. Aber auch die Verbraucher tragen maßgeblich dazu bei, dass die Stromerzeugung und -lieferung einer derartigen Veränderung unterliegt.
Als erster Punkt ist sicherlich der demografische Wandel anzuführen, der mit einer veränderten Nachfrage einhergeht. Auch das neue ökologische Bewusstsein spielt hier hinein. Die Bundesregierung und die EU tragen ebenfalls durch Regulierungen, Umweltbewusstsein sowie verschiedenen Sicherheitsanforderungen maßgeblich dazu bei.
Billigstrom
Billigstrom hat aufgrund der steigenden Preise reißenden Absatz in Deutschland gefunden. Im Internet wird der Bezug von Billigstrom immer vermehrter beworben. Online-Preisvergleiche sind überall zu finden und zeigen manchem Endverbraucher in erschreckender Weise auf, wie viel Geld er durch den Wechsel zu einem so genannten Billigstromanbieter sparen könnte
Billigstromanbieter nutzen für ihre Angebote nicht nur im Inland produzierten Strom, teilweise handelt es sich auch Importe. Dazu zählen unter anderem Atomstrom sowie Überflüsse aus benachbarten Ländern. Der in Atomkraftwerken erzeugte Strom wird aufgrund des Sicherheitsaspektes hart diskutiert. Doch warum kann der Strom aus Atomkraftwerken so günstig angeboten werden? Dahinter steckt die simple Logik, dass diese aufgrund ihres Alters keinerlei Investitionen unterliegen. Die anfänglichen Investitionen zum Aufbau des Kraftwerkes sind längst abbezahlt, so dass die eigentliche Stromlieferung schon fast einen Gewinn bedeuten.
Jedoch erfreuen sich Atomkraftwerke in Deutschland keiner großen Beliebtheit. In diesem Zusammenhang kommen heute immer noch der Unfall in Tschernobyl im Jahre 1986 und dessen Folgen zum Tragen. Die Angst vor einem derartigen Unfall ist groß. Auch wenn die Sicherheitsbestimmungen hierzulande sehr hoch angesetzt sind und deutsche Atomkraftwerke nicht mit Tschernobyl vergleichbar sind, lässt sich das Risiko eines Unfalls nicht gänzlich ausgrenzen. Auch die Proteste während des Castortransportes zeugen von der Abneigung.
Strom aus dem Ausland
Strom aus Osteuropa ist ebenfalls ein Garant für eine günstige Stromlieferung in Deutschland. Die Kraftwerke im Osten sind mitunter sehr veraltet und unterliegen nicht so strengen Auflagen wie in Deutschland und gehen mit einer sehr hohen Umweltbelastung einher. Die Lieferung von Strom aus osteuropäischen Ländern ist so günstig, weil eben diese Länder dringend finanzielle Mittel benötigen.
Billigstromanbieter bieten dennoch eine gute Alternative zu den Stromerzeugern. Gerade jetzt, wo jeder Bundesbürger darauf bedacht ist, Geld zu sparen. Auch wenn der Strom nicht unmittelbar in Deutschland produziert wird, entstehen dem Endverbraucher keinerlei Nachteile. Zudem wird der Wettbewerb durch diese Stromdiscounter wieder belebt. Es gilt jedoch dennoch die einzelnen Preise und Stromlieferungsbedingungen ausführlich zu studieren, da sich auch „Schwarze Schafe“ unter den Anbietern breit machen.